München kostet je Quadratmeter rund das 2,4-Fache von Nürnberg, dafür ist die Grunderwerbsteuer mit 3,5 Prozent die niedrigste in Deutschland. Was in Bayern beim Hauskauf zählt.
Die Grunderwerbsteuer beträgt in Bayern 3,5 %. Bei einem Kaufpreis von 400.000 € fallen damit 14.000 € Grunderwerbsteuer an; zusammen mit Notar (~1,5 %), Grundbuch (~0,5 %) und Maklerprovision (3,57 %) ergeben sich Kaufnebenkosten von rund 33.651 €. Eigene Werte im Nebenkosten-Rechner berechnen.
Genauere Werte je Postleitzahl liefert der PLZ Markt-Report.
Bayern ist kein einheitlicher Markt, sondern eine Handvoll sehr unterschiedlicher. In München liegen die Orientierungswerte für den Bestand bei rund 9.800 Euro je Quadratmeter Wohnung und 9.200 Euro beim Haus, in Nürnberg bei 4.100 und 3.900 Euro. Das ist der Faktor 2,4 innerhalb desselben Bundeslands. Regensburg mit 4.900 und Augsburg mit 4.500 Euro liegen dazwischen, beide näher an Nürnberg als an München. Selbst Nürnberg liegt noch klar über dem Bundesschnitt von 3.250 Euro für Wohnungen und 2.830 Euro für Häuser. Günstig ist Bayern also nirgends. Immerhin fällt die Grunderwerbsteuer mit 3,5 Prozent niedriger aus als in jedem anderen Bundesland, was bei einem Kaufpreis von 600.000 Euro rund 12.000 Euro gegenüber Sachsen spart.
Bei der Grundsteuer geht Bayern seit dem 1. Januar 2025 einen eigenen Weg. Das wertunabhängige Flächenmodell nach dem Bayerischen Grundsteuergesetz rechnet mit 0,04 Euro je Quadratmeter Grundstück und 0,50 Euro je Quadratmeter Gebäudefläche, Wohnflächen bekommen einen Abschlag auf 70 Prozent. Der Kaufpreis spielt keine Rolle mehr, entscheidend sind Fläche und Hebesatz der Gemeinde. Ein großes Grundstück auf dem Land kann dadurch höher belastet sein als eine kleine Stadtwohnung. Eine Solarpflicht für Wohngebäude gibt es nicht: Art. 44a der Bayerischen Bauordnung formuliert für Neubau und vollständige Dacherneuerung nur eine Soll-Regel, verbindlich ist sie allein für Nichtwohngebäude. Und im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge, dem einzigen Radon-Vorsorgegebiet Bayerns, gehört eine Radonmessung im Keller auf die Prüfliste.
Darlehen bis zu einem Drittel der Gesamtkosten, mindestens 15.000 €, Zuschuss 5.000 € je Kind, Zinssatz 2,65 % bei 10 Jahren Bindung, 2,95 % bei 15 Jahren Bindung, Einkommensgrenze 28.300 € für eine Person, 43.200 € für zwei, je weitere Person 10.700 €, je Kind zusätzlich 3.200 €, Kinder erhöhen den Betrag, sind aber keine Voraussetzung, 15 % Eigenanteil, kein Rechtsanspruch, die Auswahl richtet sich nach der sozialen Dringlichkeit. Kombinierbar mit KfW-Programmen (KfW 300, KfW 308 „Jung kauft Alt", KfW 261). Verbindliche Konditionen: BayernLabo.
Darlehen bis 10.000 €, mindestens 1.000 €, Einkommensgrenze 28.300 € für eine Person, 43.200 € für zwei, je weitere Person 10.700 €, je Kind zusätzlich 3.200 €, 5 Jahre Selbstnutzungsbindung. Kombinierbar mit KfW-Programmen (KfW 300, KfW 308 „Jung kauft Alt", KfW 261). Verbindliche Konditionen: BayernLabo.
Die Eigenwohnraumförderung der BayernLabo hat eine Hürde, an der viele scheitern: Der Antrag muss vor dem Baubeginn oder vor Abschluss des Kaufvertrags bei der örtlich zuständigen Kreisverwaltungsbehörde eingehen, also beim Landratsamt oder der kreisfreien Stadt, nicht bei der Bank. Wer erst unterschreibt und dann fragt, geht leer aus. Das Darlehen deckt höchstens ein Drittel der Gesamtkosten und setzt in der Regel 20 Prozent Eigenkapital voraus. Je Kind kommt ein Zuschuss von 5.000 Euro dazu. Die Bayerische Eigenheimzulage ist Ende 2020 ausgelaufen, einen Nachfolger gibt es nicht.
Bayern belohnt dich bei der Grunderwerbsteuer und bestraft dich beim Kaufpreis. Wer fördern lassen will, klärt die Eigenwohnraumförderung beim Landratsamt, bevor der Notartermin steht. Und wer rund um das Fichtelgebirge kauft, nimmt eine Radonmessung mit in die Prüfliste. Exposé kostenlos mit KI analysieren.
Preise Stand Q1 2026, redaktioneller Stand Juli 2026, Förderdaten geprüft am 30.04.2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Förderkonditionen ändern sich; verbindlich ist immer die Auskunft der BayernLabo.