Sachsen-Anhalt: 5,0 Prozent Grunderwerbsteuer und Bestandspreise weit unter dem Bundesschnitt. Was hoher Leerstand und alter Bergbau im Untergrund für Käufer bedeuten.
Die Grunderwerbsteuer beträgt in Sachsen-Anhalt 5 %. Bei einem Kaufpreis von 400.000 € fallen damit 20.000 € Grunderwerbsteuer an; zusammen mit Notar (~1,5 %), Grundbuch (~0,5 %) und Maklerprovision (3,57 %) ergeben sich Kaufnebenkosten von rund 39.651 €. Eigene Werte im Nebenkosten-Rechner berechnen.
Genauere Werte je Postleitzahl liefert der PLZ Markt-Report.
Wer in Sachsen-Anhalt kauft, verhandelt über Fläche statt über Quadratmeterpreise. Die Orientierungswerte im Bestand liegen für Halle (Saale) und die Region bei rund 1.700 Euro je Quadratmeter für Wohnungen und 1.900 Euro je Quadratmeter für Häuser. Der Bundesschnitt beträgt 3.250 Euro je Quadratmeter Wohnung und 2.830 Euro je Quadratmeter Haus. Dasselbe Budget kauft bei Wohnungen also fast die doppelte Fläche, bei Häusern rund die Hälfte mehr. Der Grund liegt beim Angebot: Der Zensus 2022 weist für das Land 8,9 Prozent leerstehende Wohnungen aus, marktaktiv davon 3,7 Prozent. Wo Wohnraum im Überschuss steht, entsteht kein Preisdruck. Dazu kommt die Grunderwerbsteuer von 5,0 Prozent, bei 200.000 Euro Kaufpreis sind das 10.000 Euro.
Beim Grundsteuermodell hat das Land auf einen eigenen Weg verzichtet. Sachsen-Anhalt macht von der Öffnungsklausel keinen Gebrauch und wendet die bundesgesetzlichen Regelungen an, die Bemessung hängt also am Wert des Grundstücks und nicht an der Fläche. Gezahlt wird danach seit dem 1. Januar 2025. Weil die Kommunen den Hebesatz selbst festlegen, kann die Belastung zwischen zwei Nachbarorten auseinanderlaufen, lass dir vor dem Kauf den aktuellen Bescheid zeigen. Das zweite Thema liegt im Untergrund. Das Landesamt für Geologie und Bergwesen trennt Erdfälle über wasserlöslichem Gestein von Tagesbrüchen über tagesnahen Grubenräumen aus Braunkohlentiefbau, Kupferschiefer- und Erzbergbau sowie Sand- und Werksteinabbau. Welche Bergbauberechtigungen auf einem Grundstück liegen, zeigt die Themenkarte Bergbau und Rohstoffe im Sachsen-Anhalt-Viewer. Eine Auskunft aus dem Berechtsamswesen gibt das Landesamt bei berechtigtem Interesse.
Darlehen bis 100.000 € plus 25.000 € je Kind, Zinssatz 0,90 % bei 10 Jahren Bindung, 1,70 % bei 20 Jahren Bindung, Einkommensgrenze nach Verordnung über die Einkommensgrenzen bei der sozialen Wohnraumförderung, Kinder erhöhen den Betrag, sind aber keine Voraussetzung. Kombinierbar mit KfW-Programmen (KfW 300, KfW 308 „Jung kauft Alt", KfW 261). Verbindliche Konditionen: IB Sachsen-Anhalt.
Die Landesförderung läuft über das IB-Förderdarlehen zur Bildung von Wohneigentum für Selbstnutzer. Entscheidend ist nicht die Höhe, sondern die Reihenfolge: Finanziert werden ausdrücklich nur Vorhaben, die noch nicht begonnen worden sind. Der Antrag geht mit dem Antragsvordruck an die Investitionsbank. Gefördert werden Haushalte ab zwei Personen, deren Gesamteinkommen innerhalb der Grenzen der Verordnung über die Einkommensgrenzen bei der sozialen Wohnraumförderung liegt, eine erste Einschätzung gibt der Einkommensrechner der IB. An Eigenleistung sind 10 Prozent der Gesamtkosten fällig, davon 5 Prozent als verfügbare Geldmittel. Beim Erwerb fließt das Darlehen frühestens mit Bestandskraft der Förderzusage und nach Vorlage des notariellen Kaufvertrags, die Abruffrist beträgt 12 Monate. Sprich also mit der IB, bevor der Notartermin steht.
In Sachsen-Anhalt ist der Kaufpreis selten der schwierige Teil der Rechnung. Kläre vor dem Notartermin zwei Punkte: die Erdfall- und Bergbaulage über das Landesamt für Geologie und Bergwesen und den Förderantrag bei der Investitionsbank. Wer erst unterschreibt und dann fragt, verliert die Landesförderung, denn finanziert wird nur, was noch nicht begonnen ist. Exposé kostenlos mit KI analysieren.
Preise Stand Q1 2026, redaktioneller Stand Juli 2026, Förderdaten geprüft am 26.01.2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Förderkonditionen ändern sich; verbindlich ist immer die Auskunft der IB Sachsen-Anhalt.