Besichtigungs-Checkliste: 45+ Punkte für den Hauskauf
Nutzen Sie diese interaktive Checkliste bei jeder Immobilienbesichtigung. Über 45 Punkte in 6 Kategorien helfen Ihnen, nichts Wichtiges zu übersehen.
Kategorien
- Außenbereich: Fassade, Dach, Fenster, Drainage, Garage, Garten
- Innenräume: Böden, Wände, Türen, Fenster, Feuchtigkeit, Schimmel
- Haustechnik: Heizung, Elektrik, Wasser, Abwasser, Lüftung
- Energieeffizienz: Dämmung, Fenster, Energieausweis, Heizkosten
- Dokumente: Grundbuch, Teilungserklärung, Protokolle, Baugenehmigung
- Umgebung: Verkehrsanbindung, Einkaufen, Schulen, Lärm, Nachbarn
Funktionen
Punkte abhaken, Notizen zu jedem Punkt festhalten, Fortschritt verfolgen. Die Checkliste lässt sich drucken oder teilen.
Die teuersten Mängel und woran du sie erkennst
- Feuchtigkeit im Keller: Salzausblühungen an den Wänden, abplatzender Putz, muffiger Geruch. Eine nachträgliche Abdichtung von außen kostet schnell 20.000 bis 40.000 €. Prüfe die Ecken hinter Regalen und Kartons, dort wird selten gelüftet.
- Dach: Verschobene oder fehlende Ziegel, Flecken auf der Dachbodendämmung, Tageslicht durch die Unterspannbahn. Eine Neueindeckung mit Dämmung liegt bei 15.000 bis 60.000 €.
- Heizung: Frag nach Baujahr und Typ. Ein Konstanttemperaturkessel über 30 Jahre muss nach GEG § 72 getauscht werden, als neuer Eigentümer hast du dafür zwei Jahre Zeit. Eine neue Wärmepumpe im Altbau kostet 25.000 bis 40.000 €.
- Elektrik: Schraubsicherungen statt Sicherungsautomaten, keine FI-Schutzschalter, zweiadrige Leitungen ohne Schutzleiter. Eine Komplettsanierung der Elektrik liegt bei 10.000 bis 20.000 €.
- Fenster: Einfach- oder frühe Doppelverglasung, beschlagene Scheiben (defekte Randverbindung), klemmende Beschläge. Rechne mit 600 bis 1.000 € je Fenster.
- Risse: Feine Putzrisse sind harmlos. Diagonale Risse über Fenster- und Türöffnungen, die sich nach oben verbreitern, können auf Setzungen hindeuten. Das ist der Punkt, an dem ein Gutachter Pflicht wird.
Die Fragen, die du dem Verkäufer stellen solltest
- Wie hoch waren die Heizkosten in den letzten drei Jahren? Lass dir die Abrechnungen zeigen, nicht nur nennen.
- Was wurde wann saniert, und gibt es Rechnungen dazu? Rechnungen von Fachbetrieben sind auch für die Gewährleistung relevant.
- Warum wird verkauft? Die Antwort ist selten die ganze Wahrheit, aber die Reaktion darauf ist aufschlussreich.
- Wie lange steht das Objekt schon inseriert? Lange Standzeit ist dein stärkstes Verhandlungsargument.
- Bei Eigentumswohnungen: Wie hoch ist die Instandhaltungsrücklage, und welche Beschlüsse stehen an? Lass dir die letzten drei Protokolle der Eigentümerversammlung geben.
Unterlagen, die du sehen solltest
Aktueller Grundbuchauszug (Abteilung II und III: Wegerechte, Wohnrechte, Grundschulden), Energieausweis (der Bedarfsausweis ist aussagekräftiger als der Verbrauchsausweis), Baugenehmigung und Bauzeichnungen, bei Eigentumswohnungen zusätzlich Teilungserklärung, Wirtschaftsplan und Protokolle der Eigentümerversammlungen. Fehlt der Energieausweis, ist das ein Ordnungswidrigkeitstatbestand und kein gutes Zeichen.
Wann sich ein Bausachverständiger lohnt
Ein Bausachverständiger kostet für eine Kaufbegleitung 400 bis 800 €. Gemessen an Sanierungskosten, die schnell fünfstellig werden, ist das die günstigste Versicherung beim Hauskauf. Sinnvoll ist er spätestens dann, wenn du Risse, Feuchtigkeit oder ein Baujahr vor 1980 vor dir hast.
Zwei praktische Hinweise
Geh zweimal hin, einmal bei Tageslicht und einmal abends: Lärm, Lichteinfall und Nachbarschaft sehen zu unterschiedlichen Tageszeiten völlig anders aus. Und nimm jemanden mit. Vier Augen sehen mehr, und wer nicht emotional in das Haus verliebt ist, stellt die unangenehmen Fragen.
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