Methodik der Preiskarte

Woher die Quadratmeterpreise auf der ImmoLens-Preiskarte kommen, wie sie aktuell gehalten werden und wie Gebiete ohne eigenen Marktwert zu ihrem Wert kommen. Geschrieben für Redaktionen und alle, die die Karte zitieren oder einbetten.

Stand dieser Beschreibung: 23. September 2026. Modellwerte gebaut am 23.09.2026.

Kurz gesagt

1. Basiswerte (Stand Q1 2026)

Grundlage sind Werte je Stadt, Stadtteil und 2-stelliger Postleitregion, zusammengestellt aus öffentlich zugänglichen Marktberichten und Preisangaben: vdpResearch, empirica regio, Immowelt Preiskompass, ImmoScout24 WohnBarometer und Veröffentlichungen der Gutachterausschüsse (u. a. München, Hamburg, Berlin). Es handelt sich um eine redaktionelle Zusammenstellung, nicht um eine eigene Erhebung. Die Werte beziehen sich auf mittlere Bestandsobjekte; Neubau liegt erfahrungsgemäß rund 30 % höher.

Städte und Stadtteile mit eigenem Wert decken 205 der 671 Kartengebiete ab. Für die übrigen gibt es nur den Durchschnitt der 2-stelligen Postleitregion (z. B. „19“ für den Raum Schwerin und Ludwigslust-Parchim). Bis September 2026 zeigte die Karte dort genau diesen Regionsdurchschnitt, für ganz Deutschland nur rund 32 verschiedene Wohnungspreise.

2. Fortschreibung

Die Basiswerte werden mit Indexfaktoren auf den jüngsten verfügbaren Stand gebracht (Faktor = Index heute / Index im Basisquartal):

Beide Quellen erscheinen zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Deshalb kann ein Gebiet in einer GREIX-Stadt schon ein Quartal weiter sein als ein Gebiet, das am Destatis-Index hängt. Die Karte nennt dann eine Spanne („Stand Q1 bis Q2 2026“), das Detailfeld den Stand des einzelnen Gebiets. Unplausible Sprünge eines Stadtindex (derzeit mehr als 20 % seit dem Basisquartal) werden verworfen; dann greift der Destatis-Faktor.

Wo GREIX notariell beurkundete Kaufpreise (Mediane) für eine Stadt veröffentlicht, zeigt die Karte sie zusätzlich in einer eigenen Zeile. Sie werden nicht in die Orientierungswerte eingerechnet.

3. Modellwerte für Gebiete ohne eigenen Wert

Innerhalb einer Postleitregion unterscheiden sich die Preise stark, etwa zwischen Speckgürtel und abgelegenem Landkreis. Die Karte verteilt den Regionsdurchschnitt deshalb nach einer amtlichen Größe, die genau dieses Gefälle abbildet: dem Preis für baureifes Land im Kreis.

Formel

Modellwert = Regionsdurchschnitt × (Bodenpreis Gebiet / Bodenpreis Region) ^ b b = 0,351 für Eigentumswohnungen b = 0,310 für Häuser Faktor begrenzt auf 0,65 bis 1,50

Beispiel

PLZ-Gebiet 193xx (größtenteils Landkreis Ludwigslust-Parchim, ein Drittel Landkreis Prignitz), Region 19: Bodenpreis 46 €/m², im Schnitt der Region 83 €/m². Faktor Wohnung (46/83) hoch 0,351 = 0,81, Faktor Haus 0,83. Der Regionsdurchschnitt für Häuser (Basis Q1 2026: 2.200 €/m²) wird damit zu rund 1.800 €/m². Die Karte zeigt etwas mehr, weil beide Werte zusätzlich fortgeschrieben werden (Abschnitt 2). Zum Vergleich: Der GREIX weist für notariell beurkundete Hausverkäufe im Landkreis Ludwigslust-Parchim einen Median von 1.400 €/m² aus. Das Modell geht in die richtige Richtung, erreicht den Wert aber nicht ganz.

Woher b kommt, und wie gut das Modell ist

b wurde auf Daten geschätzt, bei denen der richtige Wert bekannt ist: 30 Stadt- und Stadtteilgebiete mit eigenem Wert, verglichen mit dem Durchschnitt ihrer Region, dazu der Vergleich der Regionsdurchschnitte untereinander (70 Regionen). Geprüft wurde es mit einer Kreuzvalidierung: Jede Region wurde einmal herausgenommen, b ohne sie geschätzt und ihre Gebiete damit vorhergesagt. Verglichen wird die Abweichung vom bekannten Wert:

Abweichung vom bekannten Wertbisher (Regionsdurchschnitt)Modell
Eigentumswohnung, Median23,5 %9,8 %
Eigentumswohnung, Mittel24,0 %15,7 %
Haus, Median16,6 %14,6 %
Haus, Mittel20,4 %17,6 %

Bei Wohnungen sinkt die typische Abweichung auf weniger als die Hälfte, bei Häusern ist der Gewinn kleiner. Ein unabhängiger Anhaltspunkt: Für den Lage-Faktor in der ImmoLens-Analyse wurde derselbe Zusammenhang auf ganz anderen Daten geschätzt (amtliche Immobilienrichtwerte und Bodenrichtwerte in Nordrhein-Westfalen) und ergab 0,32 für Wohnungen und 0,27 für Häuser, sehr ähnliche Werte.

Zum Vergleich wurde das Modell auch mit den älteren Bodenpreisen des BBSR (INKAR, Stand 2022) gerechnet: Median-Abweichung 13,2 % statt 9,8 % bei Wohnungen, 14,1 % statt 14,6 % bei Häusern, im Mittel bei beiden schlechter. Die aktuelleren Daten der Regionaldatenbank sind deshalb die Grundlage.

Getestet und verworfen: die Angebotsmieten der Kreise als zweite Größe. Sie verbesserten die Vorhersage nicht zuverlässig und bleiben deshalb draußen.

Grenzen

4. Österreich und Schweiz

Österreich: amtliche Durchschnittspreise der Statistik Austria aus Grundbuch-Kaufverträgen je politischem Bezirk und Wiener Gemeindebezirk (Bestand, Bauperiode 1961 bis 1990), fortgeschrieben mit dem Häuserpreisindex. Hier wird nichts modelliert. Schweiz: Es gibt keine freie Statistik der Quadratmeterpreise je Gemeinde; die Karte zeigt deshalb den amtlichen Wohnimmobilienpreisindex IMPI des Bundesamts für Statistik.

Quellen und Lizenzen

WasQuelleLizenz
Bodenpreise je KreisStatistische Ämter des Bundes und der Länder, Regionaldatenbank Deutschland, Tabelle 61511-01-03-4 „Kaufwerte für Bauland“ (baureifes Land, 2023 bis 2025); regionalstatistik.deDatenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
Bodenpreise, RückfallBBSR, INKAR: „Baulandpreise“ (Stand 2022), nur für Kreise mit zu wenigen Verkäufen; inkar.deDatenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
EinwohnergewichtungBBSR, INKAR: Einwohnerdichte je Kreis (2023)Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
Kreisgrenzen© GeoBasis-DE / BKG, VG2500 Verwaltungsgebietedl-de/by-2-0
PLZ-Gebiete© OpenStreetMap-MitwirkendeODbL
Fortschreibung StädteGREIX, Kiel Institut für Weltwirtschaft, Daten der Gutachterausschüssemit Quellenangabe
Fortschreibung übrige GebieteStatistisches Bundesamt, Häuserpreisindex nach KreistypenDatenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
ÖsterreichStatistik Austria, Immobiliendurchschnittspreise und HäuserpreisindexCC BY 4.0
Hintergrundkarte© OpenStreetMap-MitwirkendeODbL

Zitieren und einbetten

Zitiervorschlag: „Quelle: ImmoLens-Preiskarte (immo-lens.com), Orientierungswerte für Bestandsimmobilien, Stand Q1 bis Q2 2026. In Gebieten ohne eigenen Marktwert modelliert auf Basis amtlicher Bodenpreise (Regionaldatenbank Deutschland).“

Bitte nennen Sie bei modellierten Gebieten dazu, dass es sich um geschätzte Werte handelt. Die Karte lässt sich kostenlos einbetten, auch als Ausschnitt für eine Region: Einbettungscode und Bedingungen.

Sie brauchen die Werte als Tabelle, einen anderen Ausschnitt oder haben eine Rückfrage zur Methode? Schreiben Sie an [email protected].

In English

The map shows reference prices per m² of living space for existing homes (energy class C to E) in every 3-digit German postcode area. Cities and districts have their own values, compiled from public market reports (Q1 2026) and rolled forward with the GREIX index (Kiel Institute, notarised sales) and the Destatis house price index. For the 466 mostly rural areas without their own value, the regional average is adjusted by the official price of building land sold in the district (Regionaldatenbank Deutschland, table 61511-01-03-4, sales 2023 to 2025): value = regional average × (land price area / land price region) ^ b, with b = 0.351 for apartments and 0.310 for houses, capped at 0.65 to 1.5. In a leave-one-region-out test on areas with known values, this cut the median error from 23.5 % to 9.8 % for apartments and from 16.6 % to 14.6 % for houses (mean error 24.0 % to 15.7 % and 20.4 % to 17.6 %). Modelled values are estimates for comparison, not valuations.